Prof. Dr. Gottfried Bitter
CSSp Vielleicht
ist es heute unmöglich geworden, verbindlich, verständlich,
allgemeingültig zu sagen, was Kunst ist. Selbst versierte Kunstexperten
(zumindest die Klugen unter ihnen) kommen ins Stottern und auch die
Kunstschaffenden geraten in Verlegenheit. Eher scheint es schon zu
gelingen, ein wenig genauer zu um¬schreiben, was Kunst tut, was
Kunst (oder das, was als Kunst angesehen wird) in der Betrachterin
/ im Betrachter ausrichtet: Überraschung, Erlebnis, Betroffenheit,
Ratlosigkeit, Abwehr oder Zustimmung, empörtes Abwenden oder Bereitschaft
zum Hinschauen.
Ich schaue gerne hin: auf diese Gestalten und die Bilder von Wilhelm
Senoner. Und von dem, was diese Bilder mit mir tun, was sie mir ernst
und lächelnd sagen, möchte ich sprechen. Also keine Retrospektive,
auch keine kritische Werkanalyse, auch kein tändelndes Feuilleton,
sondern nur ein persönliches Echo jener Klänge, die die Bildwerke
und Bildtafeln auf mich hin als einzelnen Betrachter aussenden. Dieser
Rückzug in meinen persönlichen Umgang mit den Bildern will
ausdrücklich anlocken, einladen, dass viele andere Betrachterinnen
und Betrachter es mir gleichtun und sich Wilhelm Senoners Bildwerken
und Bildtafeln stellen, einen kleinen Begegnungsweg abschreiten.
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